Warum man einmal im Leben alleine Reisen sollte
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Warum man einmal im Leben alleine Reisen sollte

Für die meisten ist es völlig klar. Durch die Welt reisen? Niemals alleine! Mit den Freunden macht es mehr Spaß, man ist nicht alleine, man kommt nicht so schnell in Schwierigkeiten, man spart Kosten usw… Es kann auf einige völlig zutreffen und sie auch absolut erfüllen. Doch für viele kann es eine großartige Bereicherung für das Leben sein, einmal alleine eine Reise durch die Welt zu machen und neue Erfahrungen zu sammeln. Eine Reise auf eigene Faust ist nicht automatisch ein Kamikaze Akt. Gut geplant und organisiert kann es das zehnfache an Erfüllung sein, wie eine Reise in einer Gruppe.

Mit den besten Freunden kann man immer mal in einen Robinson Club oder auf Camping Tour gehen. Aber hast Du nicht schon mal das Gefühl gehabt, bei einer Reise in der Gruppe in manchen Momenten fehl am Platz zu sein? Wenn alle für den überfüllten Pool stimmen, während du selbst viel lieber die einsame Bucht erkunden würdest? Eine Reise auf eigene Faust bedeutet sich selbst zu finden, einer Herausforderung entgegenzutreten und kostbare Erfahrungen zu sammeln. Es bedeutet gewisse Dinge, die im Alltag selbstverständlich sind besser schätzen zu lernen und die Welt aus einer neuen Perspektive zu sehen.

Man hört nie auf zu lernen

Eine Reise auf eigene Faust kann ganz schnell auch mal zu einer Bildungsreise werden. In einer großen Gruppe wird doch meistens immer derjenige, der die Sprache spricht oder sich zumindest am besten artikulieren kann immer nach vorne geschickt. Alleine ist dies allerdings anders, da ist man auf sich alleine gestellt. Da wirst du über dich selbst staunen, wie gut du dich verständigen kannst. Generell sollte man die Sprache des Landes halbwegs beherrschen in das man reist, oder zumindest Englisch gut sprechen. Das ist aber kein zwingendes Muss. Das macht wahre Abenteuer erst so richtig aus.

Du spielst die Hauptrolle

Wie die meisten Tiere auf der Welt, ist auch der Mensch ein Lebewesen das gerne in Gesellschaft anderer und Gleichgesinnter lebt. Das gilt auch für das Reisen. Meistens gibt es bestimmte Charaktere bei jeder Reisegruppe, so wie in einem Film. Da gibt es den Partyhelden, die Leseratte, die Meckertante, den Hyperaktiven, den Entdecker oder den der zu allem Ja oder Nein sagt. Bei einer Reise auf eigene Faust hast du aber das Drehbuch in der Hand. Du entscheidest was und wann und wie und warum. Du und nur du. Just you, yourself and ..you! Viele werden sich denken : “Ohje, eine Reise völlig alleine? Das überfordert mich doch!” In Wirklichkeit kann es das Entspannteste werden, das du je getan hast.

Plötzlich keine Angst mehr

Du wolltest schon immer mal Bungee Jumping machen? Oder auf das Surfbrett steigen? Hast dich aber nie getraut, weil entweder die Mädels deines Freundeskreises oder deine Kumpels dabei waren und es keinen Spielraum für peinliche Situationen gegeben hat?

Wenn du alleine reist, bist du alleine und kannst tun und lassen was du willst, ohne dass jemand deiner Freunde etwas mitkriegen würde. Wenn es hinhaut, lässt du ein Foto machen und kannst es stolz allen schicken, wenn es nicht hinhaut, dann Schwamm drüber, hat ja keiner gesehen! Die Überwindungsgrenze ist deutlich niedriger, wenn niemand zusieht. Nutze das aus und tu was du schon immer tun wolltest, alleine!

Man ist mittendrin

Wenn nicht ständig eine Bezugsperson dabei ist, wie etwa der beste Freund oder die Freundin, dann fängt man automatisch an sie sich zu suchen und sucht immer öfter das Gespräch. Wer kein Problem damit hat, mit Einheimischen zu kommunizieren hat die Möglichkeit tolle Menschen kennen zu lernen. Dann landet man plötzlich in einer Konversation mit der Kellnerin oder dem Verkäufer im Supermarkt und ist schon für den nächsten Abend auf ein Essen oder eine Party eingeladen. Ob mit Händen oder Füßen, irgendwie kann man sich immer verständigen und das löst auch tolle Gefühle aus. Man wird sicherer und offener im Umgang mit Menschen und lernt viel über Menschen in solchen Situationen.

Neue Freunde kennen lernen

Ganz egal wen man wo kennen gelernt hat. Dank Facebook und Instagram ist es mittlerweile sehr leicht mit diesen Leuten stets in Kontakt zu bleiben. Ob der Kellner aus New York, der Bademeister aus L.A. oder der Koch aus Italien, jeder dieser neuen Bekanntschaften würde sich freuen, den Kontakt aufrecht zu erhalten.

Alleine nur wenn man möchte

Das vorurteilhafte Bild vom einsamen Wanderer, der durch die Welt reist ist absolut unzutreffend. Man wird nur alleine sein, wenn man das auch möchte. Sich zurückziehen und Zeit für sich haben ohne sich rechtfertigen zu müssen ist etwas ganz tolles. Aber es gibt immer Gelegenheiten, sich mit jemandem zu unterhalten. Es geht ganz schnell, dass man in der Bar bei einem Glas Wein oder im Hostel Mitbewohnern oder Gleichgesinnten ins Gespräch kommt. Die meisten Leute die reisen, wollen auch den Kontakt zu anderen Reisenden. Ganz schnell kann es passieren dass man als Alleinreisender gefragt wird ob man mit möchte eine Tour zu machen oder sogar in Australien einen Wagen zu mieten und rum zufahren.

Besondere Fotos

Die Fotos am Pool mit Hashtag oder am Strand mit den Freunden, das ist nichts besonderes. Das machen Hunderttausende, gar Millionen von Menschen auf der Welt jeden Tag in den verschiedensten Urlauben. Du wirst dich in 50 Jahren nicht mehr an den Moment am Pool in einem Hotel erinnern sondern eher an einen besonderen Sonnenuntergang in Südafrika, wo du von anderen Reisenden einen Insider Tipp bekommen hast und erstmal 2 Stunden lang gewandert bist, bis du die Bucht entdeckt hast. Dort mit fremden Menschen ein Bier zu trinken und ins Gespräch zu kommen, das sind die besonderen Momente.

Besondere Bilder vom ersten Bungee Sprung, vom ersten Mal auf dem Surfbrett, vom Blick auf Südafrika vom Lion’s Head aus, das sind die besonderen Momente. Besonders werden sie meistens aber auch dadurch, weil man alleine dort war. Selfies bekommen ihren wahren Wert erst dadurch. Gruppenfotos, Lustige Momente und authentische “nicht perfekte” Momente werden zu den schönsten Erinnerungen.

Abschalten

Kein Facebook, keine Emails, keine Arbeit oder Bücher. Das Handy erstmal aus, eine richtige Kamera zur Hand, die einfach nur Fotos schießt. Ein kleines Tagebuch bereit, ein uralter MP3 Player der nur Musik abspielt und die Reise kann beginnen. Du musst dich erstmal nicht melden oder antworten. Du musst keine Emails beantworten, du musst dich um nichts kümmern. Entspann dich, lebe für dich und genieße das neue Land. Schau einfach stundenlang auf’s Meer, schau dir jeden Sonnenuntergang an, lauf querbeet durch die Natur, lass dir beim Essen Zeit, verliere dich beim Fotografieren, versuche besondere Schnappschüsse zu fotografieren, versuch die neue Kultur zu verstehen und sei einfach für sich selbst da. pack das Handy nur aus, wenn es wichtig ist, teile nur Fotos, wenn schon ein paar Tage rum sind. Schlafe aus, bzw. steh früh auf, mach es wie du willst, iss 3 Tage hintereinander dasselbe oder probiere etwas Neues aus. Du bist dein eigener Herr. Die kreativste Zeit ist die, in der wir abschalten.

Dankbarkeit

Das was du zuhause hast und als selbstverständlich erachtest, ist dem Land in dem du reist vielleicht nicht so selbstverständlich. Vielleicht wirst du durch verschiedene Umstände dankbarer werden, für das was du hast. Vielleicht wird es gelegenheiten geben, in denen dir geholfen wird, vielleicht wirst du jemandem helfen. Man ist zwar immer auf sich alleine gestellt, aber in brenzligen Situationen möchte man gerne von jedem Hilfe haben. Es liegt in der Natur des Menschen einander zu helfen. Vielleicht wirst du auf Armut treffen, vielleicht wirst du aufgrund von Bankproblemen oder Fehlrechnungen für den ein oder anderen Tag ohne Geld sein. Irgendwie wirst du dich durchschlagen müssen. Vielleicht wirst du dich mal verirren und musst alleine wieder den Weg finden, vielleicht gerätst du in heikle Situationen und musst selbst wieder rauskommen. Das werden wertvolle Erfahrungen sein und für diese wirst du eines Tags dankbar sein weil du daraus gelernt haben wirst.